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Briard - Blog

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Klartext: Briards sind keine Teddybären 2

Karina | 28. März, 2008 10:00

Fortsetzung:

Durch das lange Fell haben Briards eine für andere Hunde nur schwer wahrnehmbare Kommunikation. Auch Hunde müssen lernen, Briards zu lesen. Leichte Warnsignale wie strenger Blick, Runzeln der Augenbrauen, angedeutetes Hochziehen der Lefzen, Bürste etc. werden von anderen Hunden, aber auch Menschen, oft nicht wahrgenommen, bei schwarzen Briards noch weniger. Und wie reagiert ein Hund, der lernt, dass seine leichten Warnsignale chronisch ignoriert werden? Genau, er legt gleich 1-2 Stufen zu. Das gilt nicht nur für die Kommunikation mit Hunden, sondern auch mit Menschen. Seine Warnungen, lieber Abstand zu halten, werden übersehen und oft bleibt dem Briard nichts anderes übrig, als gleich seine Zähne einzusetzen. Aus dem Teddybären wird ein beissendes Monster. Aber in den seltensten Fällen trägt der beissende Hund die Schuld an diesem Vorfall, sondern sein Gegenüber, was aus Dummheit, Unwissenheit oder Ignoranz die Warnungen nicht wahrnehmen will oder kann. Sehr schön war das immer bei Dojan zu erleben: hatte er sein langes Fell, stürzte sich nahezu jeder rauflustige Rüde auf ihn, der ihn nur von weitem sah, aber war Dojan kurzgeschoren ist er niemals attackiert worden, dann konnten ihn die anderen Hunde lesen.

Es ist ein Trauerspiel, dass es sowas wie Briard in Not überhaupt geben muss, siehe auch dieser Artikel von Gabriele Niepel. Ganz oft sind es die Jungrüden im Alter von 1-2 Jahren, die zu "Beissern" und dann abgegeben werden oder schlimmstenfalls eingeschläfert werden. Ja, auch Dojan war in dieser Zeit ein Monster, das mich an den Rand der Verzweiflung trieb und wäre er mein erster Briard gewesen, ich wüsste nicht, ob ich es geschafft hätte. Merlin, selbst eher pflegeleicht, war mir da ein grossartiger Lehrmeister, von ihm habe ich gelernt, mit Dojan richtig umzugehen und Dojan und ich wurden von Jahr zu Jahr immer mehr ein echtes Team, wir wurden zu Partnern, die sich gegenseitig auf sich verlassen konnten.

Die Briards achten sehr, sehr streng auf die Einhaltung der Hundeetikette, jeder Verstoss dagegen wird gnadenlos geahndet. Bei aller Grossmut, aller Toleranz, an diesem Punkt lässt auch ein Merlin nicht mit sich diskutieren. Erst seit gut 1 Jahr, seitdem ihm das Alter zunehmend zu schaffen macht, sanktioniert er nicht mehr jeden kleinsten Verstoss gegen die Etikette. Menschen gegenüber  war er durch sorgfältige und aufwendige Sozialisierung und Prägung immer recht grossmütig, ebenso wie Dojan, menschliche Verstösse wurden und werden ignoriert, aber es gibt diesbezüglich auch ganz andere Rassevertreter.

Fortsetzung folgt!

Kommentare

Etikette [antworten]

Jaja, die Hundeetikette, die ist mir auch heilig. Wehe, ein anderer Hund verstößt dagegen, dann gibts Saures.Ich kann dabei sehr laut werden, aber es hört sich dann schlimmer an, als es ist. Bei Welpen bin ich aber großzügig, die dürfen sich viel mehr erlauben - zu Hoshi rüberwink.
Menschen verstoßen ja ständig gegen die Hunde-Etikette, das hab ich erst lernen müssen und kann heute gelassen damit umgehen. Kopftatscher und Grabscher nehme ich jetzt einfach so hin und ignorier sie.
Mit peniblem Gruß,
Emil

Emil | 28.03.2008, 11:26

Mal ehrlich, ... [antworten]

... weshalb hat ein Briard überhaupt langes Fell?
Witterungsbedingt kann nicht der Grund sein, schließlich haben die nordischen und südländischen Hunde kein langes Fell.
Wenn ihr mich fragt, ich würde das lange Fell einfach wegzüchten:-)

Atli der Isländer | 28.03.2008, 11:40

hmm [antworten]

also seitdem ich geschoren bin, belästigt mich Quinzi nach wie vor, bis ich ihn anschreie, dass er mich endlich in Ruhe lassen soll und habe ich genausoviel Stress mit Adina wie mit Flokatifrisur. Das können wir so nicht bestätigen.
Nur dass wir selbstsicherer und mutiger sind, wenn wir freie Sicht haben, das können wir bejahen.

Und wenn zwei Hunde sich richtig beißen (Ernstkampf), müssen nach unserer Meinung auch beide Hunde das wollen (es sei denn, einer ist exrem verhaltensgestört und beißt in alles, was sich vor seiner Nase befindet). Aber ein Hund, der sich nicht beißen will, kann sich aus so einer Situation rausnehmen und dem anderen klare Signale senden, dass er keinen Ärger will (auch mit langem Fell).
Außerdem sollte man nicht von der Verhaltensetikette des Menschen ausgehen, der Konflikten eher mal aus dem Weg geht, Streiten macht uns Hunden auch Spaß und manchmal legen wir es auch extra auf einen Kampf an...
mitdiskutierende Grüße, Nouki

Anouk | 28.03.2008, 12:09

Fell [antworten]

Tja, Atli,
damit uns kein Jäger mit einem Fuchs verwechselt und versehentlich erschiesst :-)

Wuffwuff
Merlin und Hoshi

Merlin + Hoshi | 28.03.2008, 12:10

Felllänge [antworten]

Hi Nouki,
bei Merlin, der auch fauve ist, habe ich keienrlei Unterschiede abhängig von seiner Felllänge festgestellt, aber bei Dojan extrem. war sehr eindrucksvoll :-)
Ich bin mir nicht sicher, ob meine Hunde je in einen Ernstkampf verwickelt waren, vielleicht einmal Merlin, der von einem bekannt grenzwertigen Hund attackiert wurde und vielleicht einmal Dojan, der in die Fänge eines Schäferhundes geriet. Sonst gab es immer nur sehr harmlose oberflächliche Löchleins, das sehe ich nicht als Ernstkampf.
Merlin wurde überhaupt nur 2 mal in seinem ganzen Leben in eine Rauferei verwickelt, beide Male attackierte ihn dieser grenzwertige Hund.

Mit dem sich Rausziehn, wenn der andere Hund sich erstmal in einen verbissen hat, ist das so eine Sache. Das ist Hunden gar nicht so möglich. Dojan hat die Attacken immer kurz und knapp beendet, in dem er den anderen Hund in den Schnauzengiff nahm. Sollte er stillhalten, während der andere Hund ihn zerbeisst? :-)
Dojan stand bei den allermeisten Attacken ganz ruhig neben mir oder spielte mit mir und wurde teilweise hinterrücks überfallen und sofort gebissen. Ich weiss nicht, ob die anderen Hunde immer verhaltensgestört waren :-)

Aber immer nur mit langem Fell, ich habe ihn daher schon zu seinem Schutz jedes Frühjahr scheren lassen.

Und wer sagt, dass Streiten Menschen keinen Spass macht? :-)))

VG
Karina

Karina | 28.03.2008, 12:44

Hi Karina, [antworten]

also wenn ein Hund hinterrücks angefallen wird, ohne, dass vorher Drohungen und Gegendrohungen eine Rolle gespielt haben, halte ich das sehr wohl für eine Verhaltensstörung.
Welche Motivation sollte der fremde Hund denn gehabt haben, einen anderen, der ihm den Hintern zudreht, anzugreifen.
Nouki beendet solche atacken inzwischen mit Rausdrehen, Stillstehen, wegschauen.
Wenn sich ein Hund in den anderen verbissen hat, kann der natürlich nicht mehr raus, die Frage ist, ob es die Hunde soweit kommen lassen (wollen).

Meiner Meinung nach spielt hier auch die Begrenzung von Agressionen durch den Hundehalter im Vordergrund. Hat der Hund gelernt, seinen Aggressionen freien Lauf zu lassen oder hat er gelernt, dass aggressives Verhalten für ihn nachteilig ist (das kann durch gleichberechtigte Kämpfe zwischen Welpen und Junghunden gelernt werden oder eben durch die Begrenzung durch den Menschen). Wird die Begrenzung verpasst, hat der Hund kaum Hemmungen, aggressives Verhalten einzusetzen.

Nouki als bestes Beispiel, die das auch im Alter von zwei Jahren noch lernen konnte, vorher war ich nämlich noch zu dämlich :-) Jetzt hab ich sie soweit, dass sie fragt, ob sie sich prügeln darf, dass sie in schweren Konfliktsituationen (Futterneid einer anderen Hündin) zu mir schaut und sich durch einen Blick oder ein Wort davon abhalten lässt, sich mit ihrer Lieblingsfeindin zu prügeln, wenn auch beide das gegenseitige Provozieren nicht lassen können ;-)))

Der Unterschied zwischen Menschen und Hunden ist meiner Meinung nach, dass Hunde mit ihren Agressionen kein Problem haben. Menschen aber in der Regel schon.

Meine Hunde waren zum Glück auch noch in keinen Ernstkampf verwickelt. Aber sie wurden auch noch nicht einfach so angegriffen von "normal" entwickelten Hunden. Wenn, dann gab es immer einen Grund, eine Konfliktsituation, eine Provokation, eine Gegenprovokation. Ein zu freches Junghundverhalten, das geahndet wurde (wenn auch nicht immer angepasst in der richtigen Dosis, aber auch Hunde machen Fehler).

nicht so gern streitende, aber sehr gern dikutierende Grüße, Katrin

Noukis Frauchen | 28.03.2008, 13:05

Aggression [antworten]

Sicher stimme ich darin überein, das man einen aggressiven Hund nicht auf andere Hunde einfach so loslassen kann. Auch provokationen kann man unterbinden. Aber wenn mein Hund angegriffen wird, braucht er mich nicht fragen, ob er sich wehren darf. Ich sehe es auch nicht so, dass mein Hund immer den Kopf einziehen muss, er kann das sehr gut auch selbst regeln. Meistens schneller als man selbst reagieren kann. Fakt ist nun mal: Einen Hund ohne Aggressionen gibt es nicht, auch wenn man es sich so sehr wünscht.
Gruß
Emils Frauchen

Emils Frauchen | 28.03.2008, 13:14

[antworten]

Kein Lebewesen kommt ohne Aggressionen aus, sie sind ein Teil der Überlebenssttrategie. Die Frage ist aber, ab welcher Schwelle der Hund mit Aggression reagieren darf. Wenn meine Hündin in unserer Küche von einer anderen Hündin angegriffen wird, weil die gerade einen Joghurtbecher ausschlecken durfte und diese Ressource in akuter Gefahr sah, will ich nicht, dass sie sich in diesen Kampf hemmungslos hineinziehen lässt. Das hätte ein Blutbad gegeben. Nouki ging raus aus der Situation, nachdem sie mich fragend angeschuat hat und die andere Hündin war zufrieden und hatte ihre Ressource gerettet.

Dabei will ich nicht zur Diskussion stellen, ob es schlau ist, eine futterverteidigende Hündin in Gegenwart anderer Hunde auf engem Raum zu füttern - das ist es sicher nicht - aber die Welt besteht nicht nur aus Laborbedingungen. Missverständnisse kommen vor und sollten von Hunden und Hundehaltern souverän gemeistert werden. Natürlich kann man die Hunde das auch alles selbst regeln lassen, muss dann aber auch mit den Konsequenzen leben, dass sie oft anders entscheiden würden als wir Menschen.

weiterdiskutierende Grüße (aber nur noch bis 14.00 Uhr :-)), Noukis Frauchen

Noukis Frauchen | 28.03.2008, 13:27

Beisserei [antworten]

Tja, Emil wurde gerade eben beim angeleinten Gang mitten im Ort von einem uns bereits bekannten, verhaltensgestörten Hund angefallen. Der Hund war abgeleint (hier im Ort herrscht Leinenpflicht), ist ohne zu zögern aggressiv quer über die Strasse beissend und keifend in Emil reingeschossen. Ich konnte nicht mehr tun als Emil relativ locker an der Leine zu halten, damit er sich wehren kann. Der andere Hund hat einfach nicht aufgehört Emil immer wieder anzugreifen, erst als sein jugendlicher Besitzer ihn zu packen bekam, hörte er auf. Der Junge hat mich dann auch noch blöd angemacht, als ich meinte, dass dieser Hund an die Leine gehört, weil er wiederholt andere Hunde (auch meine) angegriffen hat. Mich kotzen solche Typen so an, aber die Eltern sind aus dem gleichen Holz geschnitzt, die habe ich auch leider schon kennengelernt.

Emil hatte keine andere Wahl als zu kämpfen, sonst wäre er sicher verletzt worden. Ich habe ihn durchsucht, er hat dank seines vielen Felles keinen Kratzer.

Entnervt,
Emils Frauchen

Emils Frauchen | 29.03.2008, 14:23
 
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