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Briard - Blog

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Platz und Bleib 3

Karina | 22. Januar, 2008 00:08

Nachdem wir im 2. Teil etwas abgeschweift sind, gehts weiter.  Ich, Dojan, bleib immer ganz ruhig liegen, wenn Frauchen das so will:

Atli ist dabei nicht sonderlich entspannt, der ist auf dem Sprung Cool:

3. Wenn ihr jetzt 500 Euro darauf verwetten würdet, dass euer Hund auf Sichtzeichen und Kommado Platz sich sofort hinlegt in ablenkungsfreier Umgebung, könnt ihr anfangen, die Belohnung nicht sofort zu geben, sondern erst nach 1-2 Sekunden, aber macht es ein bisschen spannend dabei. Zögert  es langsam immer weiter hinaus, bis der Hund einige Minuten ruhig liegenbleibt. Aber niemals dabei vergessen: jedes Kommando, das ihr einem Hund gebt, muss immer aufgelöst werden, d.h. ihr sagt sowas wie prima oder lauf oder fertig oder was auch immer. Ob ihr beim Platz und Bleib auch "Bleib" nach dem "Platz" sagt, müsst ihr selbst entscheiden.

4. Jetzt könnt ihr anfangen, das Platz mit mehr Ablenkung zu üben, aber steigert die Ablenkung langsam. Und wenn der Hund sich sofort hinlegt, kommt wieder sofort die Belohnung! Ihr müsst euch immer entscheiden, was ihr steigern wollt, entweder die Ablenkung oder die Liegezeit, aber nicht beides gleichzeitig! Legt sich der Hund auch unter grösster Ablenkung sofort hin, könnt ihr die Liegezeit steigern. Bleibt aber noch immer bei ihm!

5. Bleibt der Hund auch unter Ablenkung einige Minuten lang liegen, geht wieder an den Anfang zurück in die ablenkungsfreie Umgebung. Liegt der Hund, tretet ihr einfach unauffällig mal einen Schritt zur Seite, wieder zurück und Belohnung. Dann irgendwann 2 oder 3 Schritte und steigert es langsam. Könnt ihr einige Meter weggehen, dreht nicht sofort wieder um, sondern fangt an, es langsam zu verzögern.

6. Wenn das sitzt, wird wieder die Ablenkung gesteigert. Aber jetzt müsst ihr unheimlich gut aufpassen, ob ihr die Ablenkung oder die Liegezeit oder die Entfernung oder die Entfernungszeit steigern wollt, nie mehrere Sachen gleichzeitig! Damit ihr nix durcheinander bringt, macht euch am besten Notizen und überlegt euch jedes Mal vor dem Training, was genau ihr überhaupt trainieren wollt, geht es vorher in Gedanken alles durch.

7. Jedes Mal, wenn der Hund aufgestanden ist, zeigt er euch, dass ihr zu schnell vorgegangen seid und ihr müsst wieder 1-2 Lernschritte zurück gehen.

8. Steigert nicht immer alles kontinuierlich, das wird dann langweilig. Auch wenn euer Hund in dieser Übung schon weit fortgeschritten ist, belohnt ihn einfach mal zwischendurch, sobald er sich schon hinlegt. Variiert die Belohnung. Übrigens muss es auch nicht immer die gleiche Belohnung sein Smile, nicht nur Wurschti Würstchen, auch mal Käse oder zum Abschluss den Ball.

9. Denkt an den ersten Teil: jeden Tag viele Male üben, aber immer nur ganz, ganz kurz. Und nach dem Üben sollte es einige Minuten Ruhe geben, in denen nix Aufregendes passiert. was ihr direkt vor der Schlafenszeit übt, prägt sich am besten ein! Die Natur hat den Schlaf für die höheren Tiere erfunden, damit das Gehirn im Schlaf die Zeit hat, Gelerntes zu verfestigen, im Schlaf werden die meisten Datenautobahnen aufgebaut.

10. Liegt euer Hund mit Ablenkung mehrere Minuten ruhig im Platz, obwohl ihr 20 oder 30 Meter weiter wegsteht, wendet ihr ihm in der Stehzeit langsam den Rücken zu. Ihr solltet aber einen Spiegel dabei haben oder jemanden, der euch Bescheid sagen kann, wenn der Hund schummelt. Und dann verschwindet mal kurz ausser Sichtweite und auch das wird langsam gesteigert.

11. Das Sitz und Bleib oder das Steh und Bleib wird übrigens genauso aufgebaut, ist aber etwas schwerer, weil Hunde mitdenken und sich hinlegen wollen, wenn sie eh länger warten müssen. Cool

12. Jetzt seid ihr am Ziel! Euer Hund legt sich sofort und freudig auf euer Platz-Signal hin, obwohl andere Hunde und Menschen in der Nähe sind und ihr könnt bequem um die nächste Ecke bummeln und euch dort einige Minuten aufhalten. Und wenn ihr wieder zurück zum Hund geht, liegt er ganz entspannt da, wo ihr ihn abgelegt habt und wartet auf euch. Wir nutzen diese Zeit gelegentlich für ein kleines Nickerchen Cool

13. Zusammengefasst: das Wichtigste ist:

- dass ihr diese Übung in möglichst viele kleine Schritte unterteilt

- dass ihr immer nur einen Teil steigert, nie mehrere

-  die Reihenfolge, was ihr als erstes steigert, ob die Ablenkung oder die Liegezeit usw. ist nicht so wichtig

- dass es eurem Hund jedes Mal viel Spass macht, mit euch zu üben und dass es euch auch Spass macht

- beendet eine Übung, solange es euch beiden noch Spass macht und/oder wenn der Hund die Übung besonders schön ausgeführt hat

- dass ihr nie ungeduldig werdet und euren Hund überfordert und frustriert oder noch schlimmer, zu Zwang oder Gewalt greift!

- dass es sich für euren Hund lohnt, mit euch zu üben, weil er immer eine tolle Belohnung bekommt.

- verliert niemals die Geduld, auch wir Hunde haben manchmal Zeiten, wo wir nicht so richtig Lust haben, mit euch zu üben. Lasst an solchen Tagen die Übungen einfach weg und spielt nur mit uns.

- wir Hunde sind keine Roboter, wir funktionieren nicht automatisch. Wir wollen euch ja gefallen und gerne mit euch zusammenarbeiten, aber ihr müsst uns dabei helfen

- macht keine komplizierten Übungen mit uns an Tagen, wo es euch selbst aus den unterschiedlichsten Gründen nicht gut geht. Spielt oder kuschelt einfach nur mit uns.

Bevor wir jetzt noch stundenlang weiterschreiben, hören wir lieber auf, auch wenn uns noch so einiges zu diesem Thema einfällt. Und wenn ihr Fragen habt, fragt ruhig.

Euer Merlin und Dojan

PS: Und ausserdem kann so ein Kommando sehr praktisch sein, wenn ihr Fotos von eurem Hund machen wollt, unser Frauchen benutz das Platz/Steh/Sitz und Bleib öfters mal dafür Cool 

Kommentare

[antworten]

Das liest sich, als würde das ein Jahr und länger dauern. *grübel*

Welche Erfahrungen hast du da, wie lange es im Schnitt dauert, bis man unter Ablenkung weg gehen und stehen kann, ohne Umdrehen?

Für solche Langzeitübungen bin ich nur schwer geeignet....*flöt* Banjo sicherlich, aber ich nicht. *rotwerd*

Banjo's Frauchen | 22.01.2008, 01:41

[antworten]

Naja, so ganz ohne gelegentlich strenge Worte (manchmal auch Schimpfe) von Frauchen würde ein gutes Abliegen egal ob mit oder ohne Ablenkung bei mir nie funktionieren:-). Ich bin nunmal ein nordischer Sturkopf, der ALLES abwägen und hinterfragen muss.

Kleiner Tipp von Frauchen: Legt den Hund wenn es geht immer so ab, dass er das Geschehen um sich herum (z.B. auf dem Hundeplatz) beobachten kann. Ein Hund, der nichts sehen aber viel hören kann, steht so unter Spannung, dass letztlich dann doch die Neugier siegt:-))

Atli der Isländer | 22.01.2008, 09:57

Zeit [antworten]

Hi Banjo's Frauchen,
also es geht viel schneller als es sich liest :-)
Wie lange es dauert, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Fleiss, Alter des Hundes, Kommunikation zwischen Hund und Mensch, Lernverhalten des Hundes und ganz wichtig: auch Hunde müssen das Lernen erst erlernen.
Sind diese Faktoren alle gut, dauert die gesamte Übung 2-3 Monate, maximal 5-6 Monate bis zur Prüfungsreife.
Ohne Umdrehen und Weggehen sollte es in 1-2 Monaten klappen bei regelmässigem Training.
Aber das Festigen der Übung als solches dauert lebensöang :-)
Also ich, Dojan, habe mit zarten 6 Monaten alle Übungen der Begleithundeprüfung begonnen, das Platz erst mit 9 Monaten und meine erste Begleithundeprüfung mit guten Noten habe ich im zarten Alter von 12 Monaten und 3 Tagen bestanden.
Und dabei hatte Frauchen damals noch viel, viel weniger Ahnung als jetzt und keine besonders guten Ausbilder.
Und ich, Merlin habe erst mit 1,5 Jahren angefangen und auch bis zur Prüfung 6 Monate gebraucht.

Wuffwuff
Merlin und Dojan

Merlin + Dojan | 23.01.2008, 13:04
 
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