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Briard - Blog

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Netzwerk des Lernens

Karina | 15. August, 2007 17:18

Nach der Einleitung zum Lernverhalten von Hunden noch ein bisschen was zu der Anatomie, die hinter dem Lernen steckt. Stellt euch vor, ihr geht jeden Tag durch einen Urwald mit vielen Bäumen und Büschen und viel Unterholz spazieren. Ihr müsst euch da jeden Tag langsam durchkämpfen und braucht immer sehr lange dazu. Anfangs seid ihr die einzigen, die dort durch gehen, aber jeden Tag gehen durch diesen Urwald auch andere Hunde durch, jeden Tag mehr. Es entsteht langsam ein Trampelpfad und ihr kommt schon viel schneller vorwärts. Nach ein paar Wochen ist aus dem Trampelpfad ein bequemer Weg geworden

noch später wird eine Strasse daraus und irgendwann ist es eine richtige Autobahn und ihr braucht nur noch einen Bruchteil der Zeit, um durch den Urwald zu kommen. Unser Gehirn ist auch so ein Urwald mit Milliarden von Nervenzellen und die alle brauchen Wege untereinander für die vielen Informationen. Und je weniger der Weg ein Trampelpfad ist, sondern eine echte Autobahn, um so besser können wir bestimmte Sachen miteinander verknüpfen.  Und das ist das Lernen, das Verknüpfen von vielen Nervenzellen miteinander mit möglichst grossen Strassen. Jedes Mal, wenn wir eine Übung wiederholen, wird der Weg ein wenig breiter, bequemer und schneller. Und je mehr Wege und Strassen vorhanden sind, desto mehr neue Wege und Strassen entstehen auch.  Diese Vernetzungen bewirken unser Verhalten. Vernetzungen können sich aber auch ändern! Da wird mal eine Autobahn stillgelegt oder aus einer Strasse wird eine Sackgasse und damit ändert sich auch unser Verhalten, lebenslang.  Sollte also ein Hund irgendeine Unart haben, kann man die Strasse für diese Unart stilllegen, eine Umleitung bauen, was auch immer. Und wenn eine Strasse lange nicht benutzt wird, wird sie von dem Urwald wieder überwuchert und kann dann nicht mehr benutzt werden, also muss sie auch regelmässig benutzt werden, wenn man das Wissen erhalten will.

Das Gehirn wächst nicht wie andere Organe durch Zellteilung, sondern dadurch, dass die Nervenzellen Verbindungen ausbilden, die sich untereinander verknüpfen und immer dicker werden. Die Arbeit dieser Nervenzellen ist echtes Teamwork, denn die Nervenzellen arbeiten nie alleine, sondern immer in grossen Gruppen von 100 bis 1000 Stück. Und jede Nervenzelle hat bis zu 15.000 Verbindunegn zu anderen Nervenzellen. Ein Strassennetz, fast so gross wie in den USA Foot in mouth.

Tja, und wenn man das alles weiss, weiss mensch auch, dass das ideale Training aus kleinen, täglichen, spassmachenden Lernschritten mit vielen Wiederholungen und sich langsam steigernden Ablenkungen besteht. Und nun wisst ihr auch, wie es passieren kann, dass wir eine Übung, die wir schon oft zuverlässig gezeigt haben, plötzlich nicht mehr zeigen. Aber manches verlernen wir nie Wink

Mehr zum Lernen in Teil 4.

Euer Merlin und Dojan

Kommentare

[antworten]

Ja, und wenn ich was dreimal gemacht hab, dann sag ich Kasper. Ich bin doch keine Spieluhr! Morgen vielleicht wieder, aber jetzt ist Ende.

Hanni | 15.08.2007, 18:10

[antworten]

Das ist eine ganz tolle Erklärung für die Arbeit des Gehirns. Das werde ich mir merken, um Kindern zu erklären, warum sie lernen müssen, warum lernen am Anfang so schwer ist und warum man Hausaufgaben machen muss.

Das ist nämlich für Kinder nur ganz schwer zu verstehen. Dass sie Hausaufgaben machen müssen.

Danke für den schönen Vergleich.

Banjo's Frauchen | 15.08.2007, 18:24

Langeweile [antworten]

Hi Hanni,
zu langweilig dürfen die Wiederholungen auch nicht werden :-)

Wuffwuff
Merlin und Dojan

Merlin + Dojan | 15.08.2007, 23:23

Urwälder [antworten]

Hi Banjos Frauchen,
und je mehr Urwälder man zu Autobahnen gemacht hat, desto einfacher wird es bei jedemn Urwald, weil man dann immer besser weiss, wie man die Bäume rodet :-)

Wuffwuff
Merlin und Dojan, nicht ganz pc, aber hier liest hoffentlich kein Grünenfundi mit :-)

Merlin + Dojan | 15.08.2007, 23:26
 
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