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Klassische Konditionierung

Karina | 02. März, 2007 12:58

Von der klassischen Konditionierung habt ihr Menschen bestimmt schon mal alle gehört, vielleicht zuletzt in der Schule, Pawlow und seine Hundeversuche mit der Klingel und so. Unheimlich wichtige Versuche, sehr wichtige Ergebnisse, aber leider war es auch Tierquälerei, das sollte man dabei nicht vergessen. Ein Hoch auf unsere Kumpels, die unter unsagbaren Bedingungen das Leben für uns alle ein wenig einfacher gemacht haben. *eine kleine Schweigeminute*

Ist euch Menschen eigentlich klar, wieviel wir Hunde durch die klassische Konditionierung eigentlich lernen und wieviel ihr uns unbwusst damit beibringt? Bestimmt nicht Wink. Darüber wollen wir euch heute mal ein bisschen erzählen und glaubt uns, das ist alles gar nicht so furchtbar kompliziert, wie viele glauben. Immerhin kapieren wir Hunde es doch auch, manchmal sogar extrem schnell. Aber eine Warnung: die klassische Konditionierung ist nur EIN kleiner Teil unseres Lernverhaltens, wir haben noch viele andere Lernmethoden auf Lager, von denen wir euch immer wieder mal berichten werden. Bitte reduziert uns nicht auf stupide Reiz-Reaktions-Machinen, das sind wir Hunde nämlich wirklich nicht, wir sind intelligent, wir können denken und wir haben eine Seele und ein Bewusstsein und auch Gefühle, vergesst das niemals bei allem, was ihr Menschen mit uns macht!

Ihr kennt das doch bestimmt auch: ihr habt eine kleine Plastiktüte in der Hand und raschelt und knistert damit und sofort kommt euer Hund angerannt und bettelt. Oder an der Wohnungstür klingelt es und sofort kommt euer Hund an die Tür gerannt und bellt vielleicht. Oder ihr macht euren Computer aus und bei dem Geräusch steht euer Hund sofort freudig wedelnd neben euch und will mit euch spazierengehen. Das alles ist klassische Konditionierung und euch fallen bestimmt noch viel mehr Beispiele dazu ein.

Für Welpen haben Reize wie knisternde Plastiktüten, Haustürklingeln oder Computergeräusche erstmal überhaupt keinerlei Bedeutung, sind einfach nur Umweltgeräusche.  Aber Welpen sind ja nicht blöd, sondern beobachten immer alles genau und lernen dadurch. Wenn aus der Plastiktüte leckere Leckerlis kommen oder nach der Haustürklingel netter Besuch zum Spielen kommt oder ihr nach dem Computerausschalten eure Schuhe und Jacke anzieht und die Leine vom Haken nehmt, verknüpfen wir damit die nachfolgende Handlung und reagieren schon bald auf das Geräusch, den Reiz mit unserem Verhalten, weil wir wissen, was dann folgen wird. Ihr müsst es nur ein paarmal machen und es klappt schon. Ist doch ganz einfach oder? Man kann das auch ganz einfach in der Hundeerziehung benutzen, zum Beispiel beim Clickern. So ein Knackgeräusch hat ja auch erst keinerlei Bedeutung für uns, aber bekommen wir danach immer eine Belohnung, finden wir das Knackgeräusch ganz schnell ganz toll. Oder schnalzt immer mit der Zunge. Unser Frauchen hat so ein ganz komisches Geräusch, sie quietscht mit den Zähnen auf der Lippe und dann kommen wir sofort zu ihr hingerannt, weil wir eine Belohnung bekommen.

Die Reizgeneralisierung bedeutet, dass ähnliche Geräusche ähnliche Reaktionen bei uns auslösen, wenn also was anderes raschelt als eine Plastiktüte oder wenn ein Eiswagen klingelt. Wenn danach aber keine Belohnung kommt, werden wir ähnliche Geräusche zukünftig ignorieren. Oder wenn ein Mensch mal von einem kleinen Hund gebissen wurde, hat er vielleicht danach Angst vor allen Hunden, auch vor grossen. Und jetzt wisst ihr, warum wir keine Schäferhunde mögen Smile

Übrigens, klassische Konditionierung funktioniert nicht nur mit positiven Folgen, sondern auch mit negativen! Da verknüpfen wir Hunde einen neutralen Reiz mit etwas Unangenehmen. Merlin sind Schafe eigentlich egal, aber nachdem er einige Male dusselig an den dünnen Schafszaun gerannt ist, der unter Strom stand, geht er Schafen seitdem weiträumig aus dem Weg. Glücklicherweise löscht/schwächt sich ab sich sowas auch schnell wieder, denn wenn Merlin einige Male an Schafen vorbeigeht ohne einen Stromschlag zu bekommen, vergisst er das wieder und Schafe sind ihm wieder egal. Deswegen funktioniert es auf Dauer auch nicht, uns Hunde für unerwünschtes Verhalten zu bestrafen! Aber deswegen ist es wichtig, einem Clicker immer wieder die Belohnung folgen zu lassen.

Mit zunnehmenden Alter lernen wir aber zu differenzieren, das heisst, dass wir nicht mehr so schnell generalisieren, sondern genau erkennen, dass 2 Geräusche nur ähnlich, aber nicht gleich sind und dass das nur ähnliche Geräusch uns egal sein kann.

Also ihr seht, dass das Thema eigentlich ganz schön spannend und gar nicht langweilig ist und wenn ihr euch ordentlich damit beschäftigt, könnt ihr es bei euren Hunden richtig anwenden und sie damit richtig erziehen und ihnen eine ganze Menge beibringen. Ihr könnt euren Hunden damit auch Ängste nehmen. Frauchen hat da schon wieder einen lustigen Trick im Hinterkopf, mal sehen.  Und denkta daran, egal wie alt wir sind oder ihr auch seid, alle Lebewesen können lebenslang lernen und lernen nie aus.

So, liebe Leser, und jetzt warten wir gespannt darauf, was eure Hunde so alles durch die klassische Konditionierung gelernt haben, vor allem, was ihr ihnen unbewusst damit beigebracht habt.

Euer Merlin und Dojan

Kommentare

Konditionierung [antworten]

Wenn ich was selbstgekochtes kriege macht Frauchen das mit einem Löffel in meinen Metallnapf und schlägt 3 mal auf dem Topfrand die Reste vom Löffel..... *gg*

Heute hat sie aber bloß 3 mal mit dem Holzlöffel auf den Kochtopf geschlagen - das war nicht für mich. Hab ich aber erst gemerkt, als ich schon neben ihr stand. *blödguck*

Banjoko Silberlöwe | 02.03.2007, 18:43

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