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Briard - Blog

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Welpenabgabe

Karina | 31. Juli, 2011 13:06

Nein, ich wollte diesen Beitrag nicht "Hohlköpfe 2" nennen. Andernorts wird wieder mal über über den optimalen Zeitpunkt der Welpenabgabe diskutiert, hier meine Meinung dazu.

Laut Udo Gansloßer (u.a. Autor des Buches "Verhaltensbiologie für Hundehalter), Bloch, Blatschke-Berthold u.v.m. können zu früh abgebene Welpen Verhaltensstörungen wie z.B. Angstaggression und Trennungsängste zeigen, Immunsystem und Stresssystem können weniger leistungsfähig sein.

Merlin bekam ich mit 9 Wochen, er war traumhaft souverän von Anfang an, sein Immunsystem war bestens.

Dojan bekam ich mit 7 Wochen, es war deutlich zu früh, obwohl ja schon Merlin da war. Er war ein traumhafter Hund, aber nur wenig souverän (instabiles Stresssystem), hatte zeitlebens Krallenprobleme durch rezividierende Nagelpilzinfektionen (instabiles Immunsystem).

Hoshi bekam ich mit 10 Wochen und es war nahezu perfekt! Von Anfang an traumhaft souverän, sehr stabiles Stresssystem, bisher sehr stabiles Immunsystem. So hätte ich es gerne immer wieder Cool. Hoshi wurde von seinem Grossvater Chico und seiner älteren Halbschwester Jolle erzogen, für mich die perfekte Konstellation!

Von den Verteidigern der frühen Abgabe mit 8 Wochen wird ja gerne das Wolfsrudel als Beweis angeführt, vorzugsweise von Leuten, die nicht ein einziges Buch der ernstzunehmenden Wolfsforscher gelesen haben Tongue out, einfach nur dümmliches Hundeplatznachgeplappere.

Man zeige mir mal DAS Wolfrudel, in dem Welpen mit 8 Wochen in eine ANDERE Familie, sprich in ein anderes Wolfsrudel abgegeben werden! Wolfswelpen bleiben nämlich ca. 1 Jahr lang in ihrer Familie! Insofern verbietet sich jeglicher Vergleich zwischen Hunden und Wölfen.

Erzogen werden die Wolfswelpen hingegen v.a. von ihren älteren Halbgeschwistern, aber von denen aus ihrer Familie, aus der Familie, in die sie hineingeboren wurden.

In Deutschland gibt es einige Rassehundeclubs, in denen es verboten ist die Welpen vor der 10.-12. Woche abzugeben, in der z.B. Schweiz ist es sogar bei den meisten Rassen so. Natürlich ist es ein enormer Mehraufwand für die Züchter, die Welpen 2-4 Wochen länger zu behalten, aber einem gutem Züchter, dem es nicht ums Geld geht, dürfte/sollte das nicht allzuviel ausmachen.

Es gibt viele wichtige Faktoren, die das Wesen und die Gesundheit eines Welpen bestimmen, angefangen bei der Auswahl der Elterntiere, der Prägung beim Züchter etc. Aber ein wichtiger Faktor ist nun mal das Abgabealter. Sicher ist es bei vielen Welpen nicht ausschlaggebend, ob sie mit 8 oder 12 Wochen abgegeben werden, für etliche kann ein frühes Abgabealter aber ein gravierender Nachteil sein, das ist definitiv erwiesen. Allein deswegen ist es besser, alle Welpen später abzugeben. Logischerweise müssen auch die 2-4 Wochen mehr optimal beim Züchter verlaufen und es sollten auch unbedingt Grossvater/Vater/Onkel/Halbbruder und Grossmutter/Tante/Halbschwester zu je einem Teil vertreten sein, das ist Grundvoraussetzung für eine gute und artgerechte Welpenaufzucht.

Ich habe mit Hoshi das grosse Los gezogen, er brachte allerallerbeste Grundvoraussetzungen mit, die mir vieles erleichtert haben, ich bin seiner Züchterin Simone zutiefst dankbar für diesen Traumhund, sie gehört zu den wenig wirklich guten Briardzüchtern. Was Hoshi an sozialer Intelligenz mit seinen 10 Wochen durch die Erziehung von Jolle und Chico mitgebracht hat, hätte ich so als Mensch in diesen 2 Wochen nie so gut hinbekommen, auch kein anderer Mensch, auch kein anderer nicht zu Hoshis Familie gehörender Hund. Wisst ihr, wie unendlich entspannend Gassigänge sind, wenn man den Hund so gut wie immer und überall frei laufen lassen kann, sich niemals Gedanken machen muss, wenn andere Hunde auf uns zu kommen oder plötzlich hinter der Ecke stehen? Wenn man Leinenaggression nur noch vom Hörensagen kennt? Ich sage euch, es ist das reinste Paradies Smile. Sicherlich haben andere Halter andere Prioritäten, für mich allerdings hat hohe soziale Intelligenz wie sie Hoshi hat, höchste Priorität, denn DIESE Priorität erleichtert mir den Alltag tagtäglich, nicht irgendwelche supertollen Ausstellungs- oder Prüfungsergebnisse!

Für mich steht definitv fest, dass ich keinen Welpen mehr vor 10 Wochen nehmen werde und keinen Welpen mehr, der nicht in einer hündischen Grossfamilie geprägt wurde, sofern ich die Wahl habe mit dem Verstand entscheiden zu können und nicht so wie bei Hoshi aus der höchsten emotionalen Not heraus.

Eure Meinung? Eure Erfahrung?

Karina

Kommentare

[antworten]

Ich unterschreib hier alles DICK und FETT! Aber das weißt du ja. ;-)

Emils Frauchen | 31.07.2011, 14:45

[antworten]

Kann ich nur bestätigen, Jette war bis zur zwölften Woche bei Bruder, Großmutter, Mutter und Vater. Sie ist vielleicht nicht die Allersouveränste, aber das liegt m. E. auch am Charakter. Leinenaggression und mangelndes Sozialverhalten kennen wir jedenfalls nicht. Die geeignete Züchterin für den nächsten oder Zweithund haben wir auch schon gefunden, sie behält ihre Welpen bis zur 12. Woche.

Die F. | 31.07.2011, 17:54

[antworten]

Das unterschreibe ich sofort :)) Aber schlimm, wenn man bedenkt, dass Hunde aus Tschechien und Polen schon mit teilweise 5 Wochen aus dem Kofferraum heraus verkauft werden. Was diesen Tieren angetan wird, darüber machen sich die angehenden Besitzer einfach viel zu wenig Gedanken ... leider

Donny und Ricco | 31.07.2011, 18:29

[antworten]

nichts hinzuzufügen ..........

Indigo | 31.07.2011, 20:27

[antworten]

ich stimme dir zu, unsere 2 Rabauken kamen sogar mit 14 Wochen zu uns, das hat ihnen nicht geschadet, ganz im Gegenteil.

Diana | 31.07.2011, 22:57

Kiki [antworten]

und das gleiche gilt auch für Katzen ;-)
wir haben hier einen Rabauken, dem jegliche Erziehung fehlt, da er leider zu früh von der Mutter weg musste.
Der Bauer hätte den Wurf sonst ertränkt *kotz*

Kiki | 01.08.2011, 00:15

[antworten]

Schön, dass ihr alle die gleiche Meinung dazu habt :-) oder traut sich nur keiner, mir zu widersprechen? :-)

Karina | 02.08.2011, 08:39

[antworten]

Leider muss ich gestehen, dass trotz 3 Hunden, ich da nicht mitreden kann. Aber es klingt schlüssig, was ihr da schreibt. Queeny hatten wir jemand abgekauft, der es nicht vertragen konnte, dass sie nicht Stubenrein werden wollte, Julia und Sally bekamen wir Ende der 8ten Woche. Beide aus einer sehr schmutzigen Zucht. Julia war ein überfüttertes Fellkügelchen und Sally saß damals zitternd und total abgemagert in der Ecke. Sie wog etwa die Hälfte der Anderen. Muttertier war keines mehr da und der Wurf von 12 Welpen waren in einem stinkenden schimmeligen Zimmer ohne Fenstern oder anderen Öffnungen außer einer verschlossenen Eingangstür. Kein Licht. Der Boden mit Heu eingestreut um die diversen Flüssigkeiten anzusaugen. Eigentlich wollten wir gleich wieder fahren, dann hat aber das Mitleid gesiegt. Aus Sally ist ein sehr lieber zuverlässsiger Hund geworden, der relativ gut gehorcht. Allerdings hat sie grundsätzlich Angst vor Vielem und der Dunkelheit. ich frage mich nun, ob es etwas gebracht hätte, sie länger in dieser ungastlichen Umgebung zu lassen.

Sallys Pappi | 02.08.2011, 22:16

[antworten]

Ja, Sallys Papa, die Bedingungen müssen natürlich beim Züchter stimmen, sonst bewirkt ein längeres Verbleiben das Gegenteil.
Problem ist leider, dass ein Kauf aus Mitleid einen neuen Elendsplatz frei macht :-(, es ist sehr schwer da zu wiederstehen :-(

Karina | 02.08.2011, 23:21

[antworten]

Wissen wir, wobei, ich klopfe auf Holz, unsere Mädels immer extrem Lieb waren. Aber du hast natürlich Recht. Wenn man nur dann so hart bleiben könnte, wenn man die armen Würmchen sieht.

Sallys Pappi | 02.08.2011, 23:50
 
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