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Briard - Blog

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Das Möhrchen

Karina | 14. Oktober, 2006 21:06

Heute wollen wir euch mal was vom Möhrchen erzählen. Das Möhrchen schickt uns immer so viele Emails mit schönen Fotos und die wollen wir euch nicht vorenthalten. Achso, ihr wisst ja noch gar nicht, wer das Möhrchen überhaupt ist. Das Möhrchen ist keine Mohrrübe, sondern ein kleiner Hund, naja, jedenfalls zur Zeit noch klein, der wird aber irgendwann grösser. Er wohnt jetzt seit 1 Monat da, wo der Chester früher gewohnt hat, bevor er woanders hingegangen ist. So sieht das Möhrchen aus:

Lassen wir ihn am besten mal selbst zu Wort kommen: "Ich, der Möhrchen. Mohrli gerufen, oder genauer gesagt: "Muali" in der Sprache der Eingeborenen hier in der Taugl. Weil nämlich, ich bin ein Schwarzer -- und das bitte ich zweieinhalb Wochen vor den Wahlen nicht politisch zu verstehen; Politik interessiert kleine Möhrchen nämlich nicht und an Wahlen nur die Wahl zwischen meinem Futternapf und dem meines großen breiten starken Freundes.

Ihr kennt euch nicht aus? Naja, wie solltet ihr auch. Nämlich, die G'schicht is a so:
Vor nunmehr acht Wochen bin ich im Arm eines Menschen am Salzburger Hauptbahnhof von der Polizei angetroffen worden. Ich war noch ganz klein -- gaaaanz klein, nämlich so ungefähr sechs Wochen oder so --, und der Mensch, wie ihn die Polizisten näher befragt haben, hat gesagt, er habe mich hier gefunden. Worauf die Polizisten geagt haben, das ist gut, da kann ich ja gleich ins Tierheim gebracht werden, das erledigen sie schon, der Mensch hätte dann keine Arbeit mehr mit mir.
Und so bin ich schwuppdiwupp ins Salzburger Tierheim gekommen.

Schön war's da, und doch nicht. Einerseits war's fürchterlich laut, weil
es gleich neben dem Flughafen W.A.Mozart liegt (gegenüber vom "Hangar 7", von dem alle reden und sagen, für Red Bull bin ich noch zu klein), andererseits hats da soooo viele andere Hunde gegeben... bloß, ich hab nicht hindürfen, weil die Frau Doktor gesagt hat, mit den
Kokzidingsdahiers und den Giardiwasweißichs, die ich da von mir gebe,
muss ich in Einzelhaft bleiben. Das war gaaanz traurig, aber die lieben
Leute vom Tierheim (drei junge Frauen und ein Mann) haben sich um mich gekümmert, eine hat mich sogar die ersten paar Tage nachts mit nachhause genommen, weil ich so einsam war und so geweint hab.

Nach ein paar Tagen ist ein großer Herr mit Bart daher gekommen und hat erzählt, dass sein bester Freund gestorben ist und er dringend einen neuen Partner sucht. Er hat alle meine Kumpels durchgeschaut und dann mich entdeckt und mit mir gespielt und geknuddelt und hat sich als eigentlich recht robust erwiesen. am Freitag zur Besuchszeit ist der Herrli samt dem Frauerl und dem Spencer bei mir aufgetaucht. Der Spencer wär so ein richtiger Kumpel für mich -- der hat so viele schöne Falten, in die in hineinbeißen kann, aber er läßt mich ja nicht und brummt mich weg.


Trotzdem war das schön mit dem Spazierengehen (rund um den Flughafen gibts große Wiesen, wo man auch frei laufen kann) und ich hab mich schon auf den nächsten Tag gefreut.
Am Samstag waren sie wieder da, haben mich eine schon viel größere Runde geführt und sind mit mir in den Gastgarten vom Kuglhof gegangen. Ich hab mich tadellos benommen (natürlich, wo doch unsereiner auf Engagement spielt) und hab gemerkt, der Spencer und ich haben eine gemeinsame Leidenschaft: Pöbeln.
Beziehungsweise: Wenn er pöbelt, pöbel ich aus Solidarität zum Spaß
einfach mit -- und ich hab für mein Alter schon eine kräftige Stimme!

Ich bin auch schon am zweiten Tag zu meinem neuen Namen gekommen -- befragt, was ich denn für einer bin, hat der Herrli gesagt: "Najå, jetzt
is er hålt no ka Rotti!", und von "ka Rotti" über "Karotti" zu
"Möhrchen" für den kleinen Mohren (der sowieso eine Mordsrübe ist, wie
der Herrli immer behauptet) war's dann nimmer weit.

Weil nämlich, ich bin ein gefährlicher Hund.
Im Tierheim hats auch in den fünf Wochen, in denen sich der Herrli nicht
gemeldet hat bei mir, eine Menge Interessenten gegeben für den putzigen
Welpen (und ich kann wunderbar auf putzig machen), aber wenn die
erfahren haben, dass ich einmal ein Rottweiler werden werd', dann war
ich gleich nimmer so interessant ("Jessas, der wird jå dånn gånz
grooooß..." oder gar "Na, des is ma dånn doch z' g'fährlich!"). Nur den
Herrli, den hat weder mein überwiegender Rottweiler-Anteil noch der
möglicherweise in mir drinsteckende Rest gestört; so groß und schlank
wie ich momentan bin, könnt' ich auch ein Mischling mit einem Dobermann sein -- "Naja", hat der Herrli gesagt, "dann nennen mir ihn halt 'Rottenmann' und sagen, es is' a Steirer Hund!"

So sind sie jeden Tag zu mir gekommen und haben mich am Sonntag schon lang vor der Besuchszeit abgeholt und erst ganz spät zurückgebracht, und am Montag sagt die Leiterin des Tierheims, wie sie mich zum Spaziergang abholen wollen, der Vereinsvorsitzende sei gerade da und man sollte die Gelegenheit ausnützen und gleich mit ihm reden, ob ich denn ein Taugler werden darf und so ist es für mich ebenso überraschend gekommen wie für den Herrli, dass wir statt dem Spaziergang nach St.Koloman gefahren sind -- und da wohn ich jetzt.



Ich bin mit meinen dreizehn Wochen zur Überraschung von Herrli und
Frauerl absolut unerschütterlich -- ich bin schon im Seewaldsee und in
einem richtigen Gebirgsbach baden gegangen, obwohl ich vorgestern noch garnicht gewusst hab, was das ist; ich kann schon Rolltreppenfahren und durch Drehtüren gehen; und wenn beim Steinbruch drüben gesprengt wird, hör ich das nicht einmal wirklich...
Dafür kann ich schon auf Handzeichen sitzen (meistens), ich bleib auf
Kommando stehen (auch fast immer), bin leinenführig (wenn ich nicht
gerade in die Leine beiße, was ich besonders gern tu), geh auch ohne
Leine schon ganz brav, und wenn der Herrli nicht verschläft, bin ich
sogar schon stubenrein!

Der Spencer trauert noch immer um seinen Dicken, aber er macht einen
ganz großen Wandel durch: Nachbars Chiara ist am Montag neugierig
herübergekommen auf meine Terrasse, und obwohl sich der Spencer und die Chiara (eine Retriever-Hündin) immer bestens vertragen habn, hat sie
sich gleich auf mich gestürzt und mich fürchterlich niedergemacht und
gefaßt und auch leicht gebissen. Da ist ihr der Spencer nach wie die
Furien persönlich, und seither sitzt er auf dem Stein und passt auf,
dass mir ja nix passiert, wenn ich draußen spiele. Selbst wenn ich beim
Gähnen fiepe, springt er auf und schaut, ob eh nicht eine böse Chiara in
der Nähe ist..."

Hmmm, so ein kleiner Hund und schoon so viel erlebt. Der hat wirklich ganz schön viel Glück gehabt, das er beim Herrchen von Chester gelandet ist! und mit dem Spencer versteht er sich auch schon ganz gut:


Der Spencer hat nicht immer so lustige bunte Socken an:

Jedenfalls hat uns das Möhrchen folgendes dazu erzählt: "Der Spencer hat sich letzte Woche bei einer Almenwanderung (3 1/2 Stunden -- und ich hab's problemlos mitgemacht!) beim Runterspringen vom Weg auf die neu geschotterte Straße an einem scharfkantigen Stein geschnitten, und zwar hinten an der Pfote am Hauptballen und drüber, über einen Zentimeter tief und viere lang. Der Edwin, unser Tierarzt, hat gesagt, er müsse ihn in Narkose legen, weil das würde eine längere G'schicht werden, bis er da genäht ist, aber der Herrli hat behauptet, der Dicke (jawohl, *jetzt* ist der Spencer der Dicke!) hält das schon aus. Also hat der Edi ihm nur ein paar Spritzen in die Fußsohle gegeben (da hat er zweimal ein bisserl gejammer) -- und ihm dann die Wunde ganz lange ausgeputzt und sie insgesamt mit zwei tiefen und fünf Stichen an der Oberfläche genäht. Der Spencer hat nicht nur keinen Mucks gemacht, der hat sich zur Halbzeit der Operation sogar ganz locker auf den OP-Tisch hingelegt. Ich wünsch mir, ich werd' auch einmal so robust.

Der Spencer läuft halt jetzt mit einer eingebundenen Pfote und einem
dicken Socken drüber herum, was ziemlich neckisch ausschaut."

So, das ist die Geschichte vom Möhrchen und wenn es was Neues zu berichten gibt, halten wir euch auf dem Laufenden! Und dem Spencer wünschen wir natürlich gute Besserung!

Euer Merlin und Dojan

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