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Briard - Blog

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Hunde"experten"

Karina | 22. Mai, 2010 18:55

Ja, es ist grauenvoll, dass gestern wieder ein kleines Kind von Hunden zu Tode gebissen wurde. Warum, wieso werden wir nie genau erfahren.

Wann immer solch eine Tragödie passiert, kommen schnell sogenannte Hunde"experten" zu Wort. Merkt euch mal, ihr Pressefritzen, nur weil einer eine Hundeschule besitzt und sich selbst Hundeexperte nennt, heisst das bei weitem nicht, dass es sich bei solchen Leuten wirklich um jemanden handelt, der mehr als nur eine grobe Ahnung von Hunden oder der sich gar weitergehend und v.a. mit den neusten Erkenntnissen der Hundeverhaltensforschung beschäftigt hat.

Meistens handelt es sich nämlich um ewig Gestrige, die ihre Schwanzlänge über die Anzahl der von ihnen gebrochenen Hundeseelen definieren! So auch in diesem Fall, der gestern in Thüringen passierte.

Sicherlich wurden Hunde früher als Raubtiere bezeichnet, so wie auch Katzen, Grosse Pandas, Adler, Walrosse, Mauswiesel, Krabbenfresser und diverse andere Tiere, aber abgesehen davon, dass zunehmend von Beutegreifern geredet wird: was soll das aussagen? Schüren von menschlichen Urängsten?

Für die wenigsten Raubtiere gehören nämlich Menschen bzw. Kinder zum natürlichen Beuteschema.

Völlig überholt sind die Aussagen dieses "Experten" wie: "Hunde brauchen wieder die richtige, klassische Unterordnung" oder "Das Eiapopeia geht einhundertmal gut. Aber dann geht es schief".

Sicher sehr sinnvoll, einem Hund durch die klassische Unterordnung (es lebe die spriessende Schwanzlänge!) die Seele zu brechen, sie in der ständigen Angst der erlernten Hilflosigkeit dahinvegetieren zu lassen, damit sie irgendwann nach vorne gehen Tongue out. Merke: die allermeisten Hunde beissen aus Angst.

Genauso sinnvoll ist es, seinem Hund vorzuleben, dass Gewalt und unangebrachte Aggression legitime Mittel sind, seine Interessen durchzusetzen Tongue out. Gewalt erzeugt Gegengewalt und richtet sich oft nicht gegen den Verursacher, sondern gegen eine Schwachstelle wie z.B. ein Kind.

Freut man sich fast, dass dieser "Experte" von sich gibt, dass nicht die Rasse eine Rolle bei solchen Attacken spielt, es waren Staffordshire Bullterrier, so geht es weiter, dass auch 4 Dackel ähnliches hätten anrichten können. Sicher, 4 gebrochenen angstaggressiven Dackeln, die tagtäglich richtige klassische Unterordnung erdulden müssen möchte ich auch nicht gegenübertreten Tongue out.

Als dann noch die Worte Jagd- und Beutetrieb fallen ist klar, aus welcher Ecke dieser "Experte" stammt. Wird es nie in diese verbohrten Holzköpfe reingehen, dass es sich bei der Triebtheorie um eine solche handelt, nämlich eine THEORIE und dass diese bereits vor knapp 100 Jahren (!) von dem Erfinder (!) wieder revidiert wurde, weil sie kompletter Quatsch ist?

Verflucht sei der amerikanische Hunde"experte", der in den 40er Jahren diese Theorie als passend für seine Hunde empfand, sie ausbaute und sie den armen Hunden überstülpte, weil sie ja alles so einfach macht.

Man muss sich nicht mehr mit einem komplexen hochsozialen Wesen auseinandersetzen, sondern arbeitet einfach nur die 10-50 Triebschubladen ab Tongue out.

Wann wird dieser Schwachsinn endlich aussterben??? Bei der Legende vom Eisengehalt des Spinat hat es doch auch mittlerweile geklappt.

Karina

Kommentare

Danke! [antworten]

Vielen Dank - an das Gleiche muss ich auch immer denken, wenn ich diese Art von Artikel lese!
Viele Grüße
Greta
P.S.: Dank deines Blogs lerne ich mal richtig nette Briards kennen. Bei uns in der Gegend laufen 3 Stück (von unterschiedlichen Besitzern) um die ich einen großen Bogen mache (wenn mir das Leben meiner Hunde lieb ist :)). Warscheinlich mit solchen Besitzern die in diese oben genannten Hundeschulen gehen. Arme Hunde!

Greta | 23.05.2010, 08:11

Schwachsinn?! [antworten]

Du sprichst mir voll aus der Seele! Gut geschrieben!

Mohrle | 24.05.2010, 11:58

Briards [antworten]

Hi Greta,

doch, es gibt eine Menge netter Briards :-)

Aus mehreren Gründen sind Briards nicht ganz einfach im Umgang mit anderen Hunden:

1. durch die Fellänge haben sie eine enorm eingeschränkte sichtbare Körpersprache, andere Hunde können sie kaum lesen, gibt sehr oft und sehr schnell Missverständnisse. Ausserdem haben Briards oft nicht die Augen frei :-(

2. Briards nehmen es mit der Hundeetikette extrem genau, Verfehlungen werden sofort geahndet

3. Briards sind laute, robuste Burschen mit enormen Getöse, was andere Hunde und Halter oft missdeuten und erschreckt

4. Briards spielen sehr lauthals und rustikal.Daher spielt Hoshi am liebsten mit sog. "Kampfhunden", weil die ähnlich bekloppt spielen :-)

6. selbstbewusste Briards sind von Weicheiern und Jammerlappen :-), die vor ihnen demütig auf dem Bauch rutschen, sehr angenervt. Das sehe ich auch an Hoshi seit einiger Zeit, er kann damit nur schlecht umgehen, weil er nicht versteht, warum diese Hunde ihm so gegenüber sind, er liefert ihnen keinen Grund dafür.
Viele Briards haben mit Retrievern deswegen Probleme und Retriever sind die häufigsten Rassen die rumrennen.

6. bei der Zuchtzulassung wird die Verträglichkeit gegenüber anderen Hunden nicht geprüft, ein Riesenmanko! Nicht wenige Deckrüden dürfen dieses Manko weitervererben :-(

7. es wird seit Jahrzehnten von hochrangigen Vertretern des Briardclub propagiert, dass der Briard unverträglich zu sein hat, gegenüber allen Fremden misstrauisch ist und eine harte Hand braucht bzw. Fusstritte, Leinenrucke etc. Der Dominanzunfug ist da noch recht verbreitet :-(

8. teilweise sind Briards noch immer Arbeitshunde mit einer gewissen Schärfe und viel Selbständigkeit. Wer früher Herden bewachen musste, durfte nicht zimperlich sein.

9. es gibt eine Menge hirnverbrannter Briardhalter, die schon ihre Welpen nicht mit andern Hunden toben lassen, denn dabei könnte er ja schmutzig oder nass werden

Hoshi ist knapp 2,5 Jahre alt, d.h. noch nicht ganz erwachsen, aber der enorme Aufwand, den ich mit seiner Sozialisierung anfangs betrieben habe, zahlt sich bisher aus. Er verträgt sich bisher mit allen Hunden und hat noch nie gerauft. Nur bei pathologisch demütigen und schwachen Hunden muss er gelegentlich ermahnt werden.

VG
Karina

Karina | 24.05.2010, 12:54
 
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