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Briard - Blog

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Verblödung

Karina | 05. Mai, 2012 13:38

Dass unsere Gesellschaft zunehmend verblödet ist nicht Neues, man braucht nachmittags nur mal das Fernsehen anzuschalten um es zu wissen. Leider macht diese zunehmende Verblödung auch nicht vor unseren Schulen halt.

Da gibt es doch tatsächlich eine Pablo-Neruda-Grundschule in Chemnitz und nicht nur Eltern, nein, auch die Leerer Lehrer hatten per Schulkonferenz (!!!) beantragt, dass der Name dieser Schule geändert wird in Grundschule Kaßberg. Begründung: die Schüler hätten keinen altersmässigen Bezug zu dem chilenischen Dichter.

Verdammt noch mal, wäre es nicht Aufgabe der Eltern und Lehrer, diesen Bezug herzustellen, im Kampf gegen die allgemeine Verblödung?

Ich muss gestehen, ich hab nicht besonders viel von Pablo Neruda gelesen, nur einige Gedichte, aber ich weiss, wer er war und auch wenn vieles umstritten ist, so ist er doch als Dichter und Antifaschist in Erinnerung zu halten.

Und auch älteren Grundschülern wäre es zumutbar, sich mit seinen Gedichten auseinanderzusetzen, sicherlich sinnvoller als mit den Liedern einer Lady Gaga oder einem DSDS-Pseudo-Superstar! Durch den Namen der Schule, die sie besuchen, wäre ein erster Bezug hergestellt.

Jedenfalls sind Chemnitzer Künstler gegen diese Namensänderung Sturm gelaufen, haben auch international Unterschriften gesammelt und kürzlich haben Stadtrat mit deutlicher Mehrheit und Oberbürgermeisterin dagegen gestimmt und die Umbenennung wurde glücklicherweise abgelehnt!

Generell wurden ja im Osten sofort nach der Wende fast alle Schul- und Strassennahmen, die nur einen Hauch antifaschistisch oder kommunistisch klangen, in Rekordzeit umgeändert. Hingegen im Westen hat man sich Jahrzehnte Zeit damit gelassen und lässt es sich teilweise immer noch, wenn es um die Namensänderung von Strassen, Kasernen etc geht, die nach Faschisten, Nationalsozialisten und ähnlichen Dreckspack benannt sind.

Karina

 

Der Mensch möchte Fisch sein und Vogel,
die Schlange hätte gerne Schwingen,
der Hund ist ein fehlgeleiteter Löwe,
der Ingenieur wäre lieber Dichter;
die Fliege übt den Flug der Schwalbe,
der Dichter eifert nach der Fliege,
nur die Katze will nichts als Katze sein.

Pablo Neruda

 

In Speyer 2

Karina | 13. April, 2012 00:53

Interessanter Türschmuck für eine Domtür:

 

Innen ist der Dom sehr schlicht:

 

 

Ein letzter Blick:

Und dann sind wir durch die Altstadt zum Auto zurück gebummelt, als Hundehalter ist man bei sowas ja immer etwas unter Zeitdruck, ein Hund wartete allein zu Haus, der andere im Auto:

 

Eine moderne Skulptur mit dem Namen "Das königliche Spiel":

Ich finde sie eher depressiv:

Und wenn ihr schon immer mal wissen wolltet, wie es in den grossen braunen UPS-Autos hinten aussieht verrate ich es euch jetzt:

Ein ziemlich überraschender Anblick!

Karina

In Speyer 1

Karina | 13. April, 2012 00:21

Natürlich musste ich heute unbedingt aus folgendem Grund nach Speyer fahren:

Auf dem Weg zum Domplatz:

 

Das Stadthaus:

 

Der Dom:

Vom Dom war ich ein wenig enttäuscht, so besonders fand ich ihn nicht, aber vielleicht bin ich da auch ein wenig zu anspruchsvoll, weil ich in Dresden wohne und Fan von Wien, Florenz und Siena bin, die ganz andere Dombauten haben:

Eines der vielen Verwaltungsgebäude des Doms:

 

 

Und dann ab ins Museum zur Ägyptenausstellung:

Es lohnt sich sie zu besuchen, wenn man noch nie im Turiner Ägyptenmuseum war, einige wirklich schöne Stücke, gut präsentiert, sehr guter Aufbau der Ausstellung.

Dann wieder der Dom:

 

 

Später mehr.

Karina

Fassadenarbeiten

Karina | 08. Juli, 2011 19:37

 

hinter einem

erfolgreichen mann

steht meist

eine frau

 

hinter einer

erfolgreichen frau

steht meist

sie selbst

 

und die wand

 

Dagmar Th.

Auch die Liebe ist älter geworden

Karina | 04. Juli, 2011 16:43

 

einst habe ich gesagt

wenn es denn liebe ist

werde ich auch mit einem

beduinen in seinem zelt

in der wüste glücklich

 

 

heute sage ich

er muss auch einen stuhl

in seinem zelt haben

 

 

auch wenn die liebe

unterlage ist

beim niederlassen auf

dem wüstenboden und

beim nicht mehr ganz

so flotten aufstehen

 

knackt es arthritisch laut

im gebälk meines körpers

 

in zukunft wandle ich

durch das land

die liebe zu suchen

unter palmen unter buchen

nur noch mit einem stuhl

in der hand

 

Dagmar Th.

Der Reiter

Karina | 28. Oktober, 2008 10:36

 

Der Reiter

Mein Freund an einem Sonntagmorgen
Tät sich ein hübsches Rößlein borgen.
Mit frischem Hemd und frischem Mute,
In blanken Stiefeln, blankem Hute,
Die Haltung stramm und stramm die Hose,
Am Busen eine junge Rose
Wie ein Adonis anzusehen.
Die Reiter machen viel Vergnügen,
Wenn sie ihr stolzes Roß bestiegen.

Nun kommt da unter sanftem Knarren
Ein milchbeladener Eselskarren.
Dass Rößlein, welches sehr erschrocken,
Fängt an zu trappeln und zu bocken.
Und, hopp, das war ein Satz, ein weiter!
Dort rennt das Roß, hier liegt der Reiter,
Entfernt von seinem hohen Sitze,
Platt auf dem Bauche in der Pfütze.
Die Reiter machen viel Vergnügen,
Besonders, wenn sie unten liegen.

Wilhelm Busch

Papageien-Park

Karina | 16. Oktober, 2008 08:23

 

Papageien-Park

Unter türkischen Linden, die blühen, an Rasenrändern,
in leise von ihrem Heimweh geschaukelten Ständern
atmen die Ara und wissen von ihren Ländern,
die sich, auch wenn sie nicht hinsehn, nicht verändern.

Fremd im beschäftigten Grünen wie eine Parade,
zieren sie sich und fühlen sich selber zu schade,
und mit den kostbaren Schnäbeln aus Jaspis und Jade
kauen sie Graues, verschleudern es, finden es fade.

Unten klauben die duffen Tauben, was sie nicht mögen,
während sich oben die höhnischen Vögel verbeugen
zwischen den beiden fast leeren vergeudeten Trögen.

Aber dann wiegen sie wieder und schläfern und äugen,
spielen mit dunkelen Zungen, die gerne lögen,
zerstreut an den Fußfesselringen. Warten auf Zeugen.

Rainer Maria Rilke (1875-1926)

Für Emil

Karina | 16. Oktober, 2008 00:12

Emil, alte Knollennase, wir wünschen dir alles, alles Gute!

 

Palmström - Der vorgeschlafene Heilschlaf

Palmström schläft vor zwölf Experten
den berühmten Schlaf vor Mitternacht,
seine Heilkraft zu erhärten.

Als er, da es zwölf, erwacht,
sind die zwölf Experten sämtlich müde.
Er allein ist frisch wie ein junger Rüde!

Christian Morgenstern

Dein Hoshi mit Frauchen

Das Eichhorn

Karina | 15. Oktober, 2008 10:56

 

Eichhörnchen

Heißa, wer tanzt mit mir?

Lustig und munter!

Kopfüber, kopfunter

Mit Manier!

 

Immerfort

Von Ort zu Ort,

Jetzo hier,

Jetzo dort! Hopp!

Ohne Ruh, ohne Rast,

Vom Zweig auf den Ast,

Vom Ast auf den Wipfel hoch in die Luft,

Im Blättersäusel und Blüthenduft!

 

Immerzu

Ohne Rast, ohne Ruh!

Heut ist Kirms und heut ist Ball!

Spielet, Drossel, Nachtigall,

Stieglitz, Amsel, Fink und Specht,

Pfeift und geigt und macht es recht!

Ich bin ein Mann,

Der tanzen kann.

 

Hänschen Eichhorn heiß' ich,

Was ich gelernt hab', weiß ich.

Kommt der Jäger in Wald hinein,

Will mir kein Vogel singen;

Hänschen läßt das Tanzen sein,

Tanzen, Hüpfen und Springen;

Hänschen schlüpft hinein zum Haus,

Hänschen schaut zum Haus heraus,

Hänschen lacht den Jäger aus.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben: Kinderlieder, Hildesheim/New York 1976

Das Eichhörnchen

Warum gibt uns die Betrachtung unseres heimischen
Eichhörnchens so viel Vergnügen? Weil es als die höchste Ausbildung seines Geschlechtes eine ganz besondere Geschicklichkeit vor Augen bringt.

Gar zierlich behandelt es ergreiflich kleine appetitliche Gegenstände, mit denen es mutwillig zu spielen scheint, indem es sich doch nur eigentlich den Genuß dadurch vorbereitet und erleichtert.

Dies Geschöpfchen, eine Nuß eröffnend, besonders aber einen reifen Fichtenzapfen abspeisend, ist höchst graziös und liebenswürdig anzuschauen.

Johann Wolfgang von Goethe

Das Eichhorn

O allerliebstes Eichhorn!
Schon lang steh' ich vor deinem,
Dir unbequemen Käfig,
Und kann nicht satt mich sehen
An deinen raschen, holden
Bewegungen und Spielen.
Ich möchte gern dich streicheln,
Doch fürcht' ich deine Zähne,
So scharf, so fein, wie Nadeln.
Nicht ich fürwahr, o Eichhorn,
Hab' dich in dies Gefängniß
Gesperrt; ich säh' viel lieber
Dich auf den hohen Gipfeln
Der nahen Bäume hüpfen
Mit Vögeln in die Wette.
Ich möchte gern dein Nest sehn
Mit seinen bald geschloßnen,
Bald offnen Thüren, daß ja
Kein rauher Wind die zarten,
Noch unbedeckten Kinder
Mit kaltem Hauch berühre.
O glücklich Thier! Bewohner
Von zweien Elementen!
Die Erde beut zur Nahrung
Auf niedrigen Gesträuchen
Die Fülle dir der Früchte
Und klaren Thau auf Blättern;
Und deine Freuden findest
Du auf der Eiche Gipfel
Im hohen Reich der Lüfte.

Elisabeth Kulmann (1808-1825)

An Laurens Eichhörnchen

O, Tierchen, das mit Munterkeit
Vor meines Mädchens Fenster springet
Und dem sie selbst voll Sorgsamkeit
Im weißen Händchen Futter bringet,

Das Sprünge macht wie Pantalon
Durch seine Späße sie vergnüget
Und seiner Drolligkeit zum Lohn
Von ihr geliebt im Schoße lieget,

Das an ihr hängt, dem Busen nah,
Und ihre Rosenwangen lecket
Und das oft viele Reize sah,
Die meinem Späherblick verstecket.

Sonst bin ich wohl vom Neide frei,
Doch hier da muß ich dich beneiden,
Sie koset dich und liebt dich treu,
Bei mir verhöhnt sie meine Leiden.

O lächelte mir doch das Glück,
Ließ einen Tag mich in dich fahren,
Denn mich begnügte nicht ein Blick,
Sie würde Ledas Los erfahren.

Novalis
Friedrich von Hardenberg (1772-1801)

Die zwei Wurzeln

Zwei Tannenwurzeln groß und alt
unterhalten sich im Wald.

Was droben in den Wipfeln rauscht,
das wird hier unten ausgetauscht.

Ein altes Eichhorn sitzt dabei
und strickt wohl Strümpfe für die zwei.

Die eine sagt knig, die andere sagt knag.
Das ist genug für einen Tag.

Christian Morgenstern

Grau und rot

Ein verirrter Esel lachte
sich im Walde beinahe tot,
denn vor ihm auf einem Baume
saß ein Eichhorn, feuerrot.

Brüllend, prustend, quiekend, kichernd
rief er: „ So was sah ich nie!
Ha! I-a! Wie ist das komisch!
Rote Haare hat das Vieh!“

Lassen wir den Esel kichern!
Das gescheite Eichhorn spricht:
„Über rote Haare lachen
nur die Esel!“ – Oder nicht?

Zibigniew Lengren

 
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